HERBSTGEFÜHL – WARUM DU DEN HERBST UND DAS DAMIT VERBUNDENE GEFÜHL UNBEDINGT WERTSCHÄTZEN SOLLTEST

Alle reden immer nur von Frühlingsgefühlen und Sommerlaune, dabei hat der Herbst und das damit verbundene Herbstgefühl unendlich viel Schönes zu bieten.

Obwohl ich einen heißen Sommer sehr zu schätzen weiß und leichte Kleidchen, nackte Füße, ein herrlich erfrischendes Sommergewitter, die lauen Abende und das damit verbundene “la-dolce-Vita-feeling” unendlich liebe – schließlich bin ich durch und durch ein Sommerkind 😉 – freue ich mich doch auch sehr auf Herrn Herbst:

Auf seine kräftigen Stürme, die mit lautem Heulen ums Haus ziehen und selbst den kräftigsten Baum davon überzeugen, dass es nun an der Zeit ist, seine Blätter abzugeben. Die kühle und oft nebelige Luft am Morgen und am Abend lädt zum Durchatmen ein, wie kaum eine Andere.

Mich begeistern die prächtigen und intensiven Farben, die nur der Herbst zu bieten hat: Laub in den unterschiedlichsten Formen und in intensiven Gelb-, Orange-, Rot-, und Brauntönen, ja selbst der Geruch im Herbst ist irgendwie kunterbunt und eine Mischung aus nasser Erde, frischen Pilzen, saurem Waldboden und zuckersüßem Apfel- oder Pflaumenkompott.

Unvergleichlich schön stehen die Apfelbäume da, behängt bis zum Bersten, mit knackigen und in den schönsten Farben schimmernden Früchten. Ich mag die mit frischen Früchten gefüllten Schalen auf meinem Tisch und den Duft, den frische Äpfel oder Quitten quer durch meine gesamte Wohnung verströmen.

Und was könnte bitte schöner sein und besser schmecken, als ein knackiger Apfel in den man genussvoll beißt, nachdem man ihn zuvor eigenhändig vom Baum gepflückt hat?!

Ich liebe die langen Hagebuttenzweige, die sich stolz und kahl der Sonne entgegenstrecken und die dicht bewachsenen Schlehen, die nicht minder schön in der Herbstsonne glänzen. Ein Zweig davon in der Vase, auf dem Sideboard oder Tisch, kommt einem Kunstwerk gleich und erfreut mich jedesmal wenn ich daran vorbeigehe – Vincent van Gogh würde ausflippen vor Begeisterung.

Als ich klein war (ok, groß bin ich immer noch nicht, aber erwachsen 😉) haben wir die Kerne der Hagebutten in die Jacken und Pullis unserer Mitschüler gestreut (nur bei den Kindern die wir nicht mochten, versteht sich, denn diese Kerne jucken wie Hölle 🙈😂). Ich werde mal in mich gehen und gründlich nachdenken: vielleicht fällt mir jemand ein, dem ich diesen Streich spielen könnte. 😉🤣

Leuchtend bunte Kürbisse am Straßenrand schreien mich in diesen Tagen jedesmal an, wenn ich an ihnen vorbeifahre: “Nimm mich mit, pack mich ein…!” 😉 Ja, sie nötigen mich geradezu, meinen Wagen vollzuladen – ich muss mich immer regelrecht zügeln, um nicht hunderte davon auf meiner Terrasse zu stapeln – ich möchte ihrer Bitte so gerne nachkommen, weil ich sie einfach nur wunderschön finde. 🙈🤣 Und die kräftig violett leuchtenden Blüten der Artischocken, die jetzt nochmal alles geben und sich malerisch zwischen den verschiedenen Kürbissen durchquetschen, bringen mich und meine Reifen regelmäßig zum Quitschen. 🙄

Ich genieße es, in der milden Helbstluft durch den Wald zu streifen und frische Pilze zu sammeln, um daraus eine köstliche Mahlzeit zu zaubern – auch wenn gar keine Pilze zu finden sind, weil es viel zu trocken ist 🙄🤣, aber der gute Wille zählt und in weißer Voraussicht, war ich vorher im Bioladen 😉 – Du verstehst schon, der Weg ist das Ziel…😉

Der Herbst – eine geschäftige Zeit

Vorbei sind die teils trägen Tage des Hochsommers, an welchen ich nicht selten mehr am Badesee und brutzelnd in der Sonne – vorausgesetzt das Wetter spielt mit – als Zuhause anzutreffen bin. Geschäftig geht es in die letzten Monate des Jahres und in die neue Jahreszeit. Nicht nur die Natur bereitet sich darauf vor sich in sich selbst zurückzuziehen, um neue Kräfte in der Winterruhe zu sammeln, um dann im Frühjahr mit frischer Kraft wieder auszubrechen.

Der Herbstanfang ist vor allem für viele Tiere eine geschäftige und anstrengende Zeit – jetzt müssen sie Vorbereitungen für den Winter treffen: Einige legen Vorräte an, andere fressen sich satt, um sich auf den – womöglich langen – Winterschlaf vorzubereiten und wieder andere – die Zugvögel – begeben sich auf ihre Reise in den Süden.

Wenn es draußen langsam kälter wird, ist dies das Zeichen für viele Vögel, sich auf den Weg zu machen. Störche, Nachtigallen, Enten oder Schwalben sammeln sich und sitzen zu hunderten auf Stromleitungen und Bäumen oder fliegen in kunstvoll arrangierten geometrischen Formen über unsere Köpfe hinweg.

Mich faszinieren die Brunftschreie unseres heimischen Wildes im Wald ebenso sehr – die sich durch die Paarung schon auf das kommende Frühjahr vorbereiten -, wie das Plätschern des Wassers, wenn ein Fisch an der Oberfläche des Sees nochmal nach dem Rechten sieht, bevor er sich in seinen frostfreien Unterschlupf zurückzieht.

Der Herbst hat so viel Wunderschönes zu bieten – da kann weder der zaghafte Frühling noch der träge Sommer, geschweige denn der knackige Winter mithalten – er ist eine Explosion der Farben und ein wahres Entrümpelungsgenie! Der Herbst bringt Klarheit und Ruhe in die Natur, er verabschiedet alles was gehen muss, damit Platz für Neues entstehen kann.

Er ist das Aufräumkommando in einem erstaunlichen Kreislauf.

In meinem Leben ist er herbstlich willkommen. 🍂🍄♥️

Wie ich mir meinen perfekten Herbst gestalte:

Es gibt fast nichts Schöneres, als bei diesem einzigartig goldenem Herbstlicht mit den Füßen durch das Laub zu rascheln und in einen Laubhaufen zu springen oder wenn der kräftige Herbstwind die Blätter von den Bäumen fegt und es quasi Farben und Formen regnet.

Wenn ich nach diesem ausgedehnten Spaziergang, mit geröteten Wangen und kalter Nase ins Warme komme: was könnte dann entspannender sein, als ein warmes Schaumbad mit einer Tasse frisch gebrühtem Tee, einer Schale mit frischen Trüffeln in dunkler Zartbitterschokolade und Duftkerzen neben mir auf dem Wannenrand!?

An regnerischen und trüben Herbsttagen: ganz ohne jegliches schlechtes Gewissen einfach auf der Couch zu bleiben, ohne einen Fuß vor die Türe zu setzen und die Ruhe und den Rückzug genießen, begleitet von einem guten Buch – einer meiner liebsten Gerüche ist der Duft eines frisch gedrucketen Buches.

Während der Sommer viel zu warm ist, wird es im Herbst wieder Zeit für kuschelige Wolldecken! Dick eingekuschelt auf dem Sofa, bei loderndem Kaminfeuer tiefenentspannt den Wind genießen, wie er heulend ums Haus zieht und dem Trommeln der Regentropfen, die an die Fensterscheiben fliegen, lauschen.

Was ich im Herbst besonders gerne esse:

Keine andere Jahreszeit bringt soviel frische und einheimische Nahrungsmittel auf den Tisch: Kürbisse, Pilze, frische Feigen, Beeren aller Art, Äpfel, Pflaumen, Birnen und vieles mehr an frischem Obst und nahezu jegliches Gemüse. Im Herbst können wir als Koch quasi aus dem Vollen schöpfen, egal ob frisches Wild, Pilzrisotto oder Zwetschgenknödel, Flammkuchen oder Kürbissuppe, alles geht aber nichts muss. Ich liebe diesen Duft von Möglichkeiten und die damit verbundenen Gaumenfreuden.

Derzeit könnte ich mich ausnahmslos von Flammkuchen mit geräuchertem Bauchspeck und frischen Feigen ernähren: diese Kombination von rauchig – salzigem Bauchspeck und roten Zwiebeln, vermischt mit der zarten Süße der frischen Feigen – eine wahrhaft sündige Geschichte.

Damit auch Du die pure Sünde erleben kannst, hier nochmal das Rezept – in etwas abgewandelter Form – von meinem Lieblingsflammkuchen. Und solltest Du keine Feigen mögen, so ersetze diese durch blaue Weintrauben – das schmeckt ebenso unfassbar lecker.

Flammkuchen mit Speck, frischen Feigen und Thymian:

Zutaten für den Teig:

  • 2 Esslöffel Pflanzenöl
  • 125 ml Wasser
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Mehl 

Alles in eine Schüssel geben und per Hand (baut hervorragend eventuell vorhandene Aggressionen ab 😉 ) zu einem Knetteig verarbeiten. Den fertigen Teig dünn ausrollen und auf dem Backblech – das Backpapier nicht vergessen – auslegen.

Zutaten Belag:

  • 1/2 Becher Sahne
  • 1 Becher Creme Fraiche (Schmand, Ricotta, Mascarpone oder Frischkäse -was auch immer der Kühlschrank her gibt)
  • den Saft einer halben Zitrone
  • Salz, Pfeffer
  • 3 große rote Zwiebeln
  • 200 g gewürfelten Bauchspeck
  • 4 frische rote Feigen
  • eine Hand voll frischen Thymian

Joghurt, Sahne und Creme Fraiche in eine Schüssel geben, Salz und – großzügig – Pfeffer sowie den Saft der Zitrone hinzufügen und zu einer cremigen Masse verrühren. Ihr könnt wirklich die Zutaten verwenden, die ihr gerade im Kühlschrank habt. Wenn keine Sahne vorrätig ist, vermengt ihr den Schmand, Ricotta, Frischkäse oder das Creme Fraiche einfach mit etwas Wasser, das funktioniert ebenso.

Die cremige Masse auf dem Teig verteilen. Die Zwiebeln halbieren und – in Scheiben geschnitten – darüber verteilen, die Speckwürfel darüber geben und gleichmässig verteilen. Die Feigen achteln und ebenso gleichmässig auf dem Blechkuchen verteilen – Schälen ist nicht notwendig, die Schale ist weich und köstlich. Am Schluss die frischen Thymianblätter darüber bröseln.

Falls Du Dich für die Weintrauben entschieden hast: diese halbiert auf den Flammkuchen legen (das gibt einen intensiveren Geschmack).

Ab in den Backofen und bei 200 -220 Grad ca. 20 Minuten backen. 

Guten Appetit ♥️

Dazu trinke ich gerne ein Glas dunklen erdigen Rotwein und den findest Du HIER.

Ich freu mich wie immer riesig, wenn Du diesen Beitrag mit “Gefällt mir” markierst, ihn in den sozialen Medien teilst und/oder mich wissen lässt, wie Dir das Rezept gelungen ist und ob es Dir ebenso sehr geschmeckt hat wie mir.

Ich wünsche Dir den weltschönsten und goldensten Herbst 🍂 den Du je erlebt hast (bis heute 😉) und unvergessliche Momente in der kunterbunten Natur.

Lebenslustige Grüße

Gabi ♥️

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